Sorbenförderung braucht langfristig verlässliche Finanzierung durch den Bund

Pressemitteilung vom 17.10.2007

Die Sorben (Wenden) sind eine nationale Minderheit in Deutschland, nicht nur Bewohnerinnen und Bewohner von Sachsen und Brandenburg. Also hat der Bund die Hauptpflicht zur Förderung ihrer Kultur und Lebensweise.

Die Ablehnung unseres Antrags der Erhöhung der Fördersumme um etwas mehr als eine Million Euro im Kulturausschuss belegt, dass die Bundesregierung sich weder ihrer internationalen Verpflichtungen noch ihren nationalen Chancen stellt.

Immerhin bleiben die Ministerpräsidenten von Sachsen und Brandenburg dabei, ihren jeweiligen Anteil leisten zu wollen. Dennoch darf die Förderung des kleinsten slawischen Volkes, das seit über 1000 Jahren in der Lausitz ansässig ist, nicht zu einer Provinzangelegenheit heruntergespielt werden. Vielmehr könnten die Sorben (Wenden) ein stabiler zusätzlicher Brückenpfeiler für den Ausbau der Beziehungen nach Mittel- und Osteuropa sein. Dafür müssen sie sich aber sprachlich, kulturell, wirtschaftlich und organisatorisch auf eigenen Füßen stehend entwickeln können.

Die LINKE fordert die Bundesregierung und die Koalitionsfraktionen energisch auf, ihre Verzögerungstaktik endlich zu verlassen und zu konstruktiver, den Interessen des deutsch-sorbischen Zusammenlebens dienender Politik überzugehen.