Fortentwicklung der Tourismuspolitischen Leitlinien? Reisemöglichkeiten auch für finanzschwache Familien?

Mündliche Frage vom 16.12.2009

Frage von Ilja Seifert:
Welche der in der 16. Wahlperiode beschlossenen – neun –Tourismuspolitischen Leitlinien der Bundesregierung bleiben auch in der 17. Wahlperiode gültige Arbeitsgrundlage für die Bundesregierung, und in welcher Hinsicht sollen – siehe Koalitionsvertrag – alle bzw. einzelne Leitlinien „fortentwickelt“ werden?

Antwort des Parl. Staatssekretärs Peter Hintze:
Die Tourismuspolitischen Leitlinien der Bundesregierung sind unverändert Arbeitsgrundlage der Bundesregierung.
Die Koalitionsparteien haben in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, dass die Tourismuspolitischen Leitlinien fortentwickelt werden. Dort sind konkrete tourismuspolitische Arbeitsschwerpunkte für die neue Legislaturperiode genannt. Die Bundesregierung wird diese Arbeitsschwerpunkte im Kontext der Fortentwicklung
der Tourismuspolitischen Leitlinien umsetzen.

Frage von Ilja Seifert:
Was unternimmt die Bundesregierung mit Blick auf die am 8. Dezember 2009 vorgestellte Studie „Deutsche Kinderund Jugendreisen 2008 – Aktuelle Daten zu Struktur und Volumen“ im Jahr 2010, um der in den Tourismuspolitischen Leitlinien der Bundesregierung formulierten Aufgabe „Ziel der Bundesregierung ist die Teilhabe aller Bevölkerungskreise am Tourismus. Auch Menschen mit gesundheitlichen, sozialen oder finanziellen Einschränkungen sollen reisen können“ noch besser gerecht werden zu können?

Antwort des Parl. Staatssekretärs Peter Hintze:
Im Kontext der Tourismuspolitischen Leitlinien hatte sich das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, BMWi, entschlossen, die Studie „Deutsche Kinder-und Jugendreisen in 2008“ zu fördern. Die Ergebnisse der Studie wurden am 8. Dezember 2008 durch den Parlamentarischen Staatssekretär im BMWi, Ernst Burgbacher, MdB, der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Studie wurde in einer ersten Auflage von 500 Exemplaren gedruckt. Zudem werden 1 500 Infoflyer an Akteure des Kinder- und Jugendreisebereichs versandt. Außerdem werden zwei bis drei Aufstellposter unter anderem für die ITB, die DIDACTA und diverse andere Großveranstaltungen erstellt. Der bereits bestehenden Internetpräsentation auf ww.bundesforum.de wird eine Zweite folgen, die mehrsprachig sein wird. In Kürze wird die Studie auch zum Download auf der Homepage unter www.bundesforum.de verfügbar sein. Die Studie gibt Planungshilfen für Politik und Wirtschaft, für kleine und mittlere Unternehmen der Tourismuswirtschaft und für die Akteure vor Ort. Die Bundesregierung erwartet, dass die Ergebnisse der Studie dazu beitragen, die Entscheidungen der Akteure in Politik und Wirtschaft über Investitionen und Maßnahmen vor allem im Bereich Kinder- und Jugendtourismus zu erleichtern. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, BMFSFJ, unterstützt die Qualität von Kinder- und Jugendreisen mit den bekannten Mitteln – Qualitätsprojekte des BundesForum Kinder- und Jugendreisen insbesondere im Bereich Personal und Unterkünfte – und fördert Kinder- und Jugendverbände und andere Träger der Kinder- und Jugendhilfen, die ein breites Spektrum an Kinder- und Jugendreisen, -begegnungen und -austausche durchführen. Für viele Kinder und Jugendliche sind die Angebote der Kinder- und Jugendhilfen eine echte Alternative zum klassischen Tourismus. Der Kinder- und Jugendplan des Bundes sieht vor, dass damit Kinder und Jugendliche insbesondere aus sozial schwächeren Schichten erreicht und unterstützt werden.

Siehe Plenarprotokoll der 11. Sitzung des Deutschen Bundestages in der 17. Wahlperiode am 16.12.2009 (PlPr 17/11)