Ilja Seifert informiert sich über die Situation der Roma-Familien nach den antiziganistischen Demonstrationen
Pressemitteilung vom 11.10.2011
MdB Dr. Ilja Seifert informiert sich über die Situation der Roma-Familien in der nordböhmischen Region um Sluknov nach den antiziganistischen Demonstrationen.
Die nordböhmische Region um Sluknov (sog. Schluckenauer Zipfel) an der sächsischen Grenze ist zu einem Pulverfass geworden. Immobilienspekulanten locken Roma aus Großstädten in diese abgehangene Region, in erneute Perspektivlosigkeit. Armut, Rassismus und Kriminalität lassen die Stimmung kippen. Neonazis, auch aus Deutschland, marschieren auf. Es herrscht Pogromstimmung. 200 zusätzliche Polizisten sollen Übergriffe verhindern.
Am 07.10. informierte sich Dr. Ilja Seifert persönlich über die Situation. Anlass für den kurzfristig angesetzten Vororttermin sind die fortwährenden antiziganistischen Demonstrationen, bei denen auch deutsche Neonazis die Stimmung anheizen. „Hier bedarf es langfristiger politischer Lösungen. Wir können von Deutschland aus eigene Erfahrungen mit Minderheiten vermitteln, damit Gleichberechtigung und gegenseitige Achtung gelebt werden können“, sagte Dr. Ilja Seifert. Ausdrücklich warnte er: die Herabsetzung anderer Lebensart und Lebensweise hat schon einmal in Deutschland zu Vernichtungsaktionen geführt. Wenn man davon rede „sie ins Gas bringen zu wollen“, erinnert das bedrohlich an die Zeit vor 70 Jahren. Diesen Weg gilt es zu stoppen.
In Begleitung von Ramona Gering (Tamara Bunke e.V.) hatte Dr. Ilja Seifert Gelegenheit persönlich mit Betroffenen sprechen zu können. Sie wurden von Frauen der Roma-Minderheit freundlich begrüßt. Diese erzählten, wie diskriminiert sie sich fühlen. Die soziale Situation vor Ort ist menschenunwürdig – Dutzende Menschen auf engstem Raum untergebracht, mit minimalen Sanitäreinrichtungen. Über einen Kinderwagen für ein Neugeborenes würden sie sich freuen. So der Wunsch an die Delegation aus Deutschland.
Mehrfach bedankten sich die Frauen für den Besuch. Am 15. Oktober ist ein Kinderfest mit den betroffenen Romas in Varnsdorf geplant. Vonseiten der LINKEN steht das Angebot, sich daran mit Spielaktivitäten, kultureller und humanitärer Hilfe zu beteiligen.
Der Rundbrief erscheint regelmäßig und kommentiert das parlamentarische Geschehen aus der Sicht von Ilja Seifert.