Conti-Stiftung in Conti-Hände
Bericht vom 28.11.2011

Ilja Seifert und Nina Hagen - Ehrenmitglieder des Contergannetzwerkes Foto: Yvonne Rischke; www.kiwi-foto.de
Insbesondere die Forderung nach offiziellen Entschuldigungen sowohl der Firma Grünenthal GmbH, die das „Schlafmittel Contergan“ auf den Markt brachte, als auch der Inhaberfamilie Wirtz, die daran Abermillionen „verdiente“, ist voll berechtigt. Auch die Bundesregierung und die Justiz, die den Eltern der heute rund 50jährigen Betroffenen seinerzeit einen „Vergleich“ aufnötigten, dessen Zustandekommen durchaus sittenwidrig genannt werden dürfte, hätten allen Grund, sich dafür zu entschuldigen. All das muß dem Zweck dienen, den Betroffenen angemessenen Schadensersatz zu leisten und alle behinderungsbedingten Nachteile so auszugleichen, daß sie – unabhängig davon, ob sie erwerbstätig sind oder es je sein konnten – ihr weiteres Leben selbstbestimmt gestalten können. "Das Verhalten der Bundesregierung im Conterganskandal bleibt skandalös“ erklärt Dr. Ilja Seifert, behindertenpolitischer Sprecher der LINKEN im Bundestag zur Antwort der Bundesregierung auf seine Frage nach Ergebnissenvon Gesprächen der Bundesregierung über weitere Leistungen für die Contergangeschädigten mit der Firma Grünenthal GmbH und der Familie Wirtz in den Jahren 2010 und 2011.
Am 28. November 2011 demonstrierten Betroffene und ihre Freunde vor dem Bundeskanzleramt und unterstrichen ihre Forderungen:
Am Abend zur Requiem-Veranstaltung in der St.-Johannes-Evangelistkirche Berlin wurde Ilja Seifert als Ehrenmitglied in das Contergannetzwerk aufgenommen. Nina Hagen - ebenfalls Ehrenmitglied - und viele andere ließen den Tag mit Gospelmusik und Tanz ausklingen.
EHRENURKUNDE CONTERGANNETZWERK
Interview von Ilja Seifert anlässlich der 50-jährigen Marktrücknahme des verheerenden Medikaments Contergan
ND-Interview Ilja Seifert "keine-entschuldigung"
Antwort des Staatssekretärs Dr. Hermann Hues auf eine schriftliche Frage von Ilja Seifert an die Bundesregierung:
antwort-11-202-contergan